Schule ohne Rassismus

Essing.

Zwölf Herkunftsnationen konnten die 56 Schüler der Montessori-Schule auf Anhieb in ihrer Ahnengalerie ausfindig machen. Und dennoch ist Rassismus kein Thema im Essinger Schulhaus. So waren Herrn Martin Birkner von der Aktion und Landrat Neumeyer, der der Schule als Pate zur Seite steht, gerne bereit die Plakette „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu übergeben.

„Als wir uns im letzten Jahr dazu entschieden haben, neben der Umweltschule auch Schule ohne Rassismus zu werden wussten wir noch gar nicht, mit welchem Projekt wir an den Start gehen wollten.“ berichtet der pädagogische Leiter der kleinen Privatschule Dieter Simon.

„Nahezu alle Kinder hatten die Einverständniserklärung, Schule ohne Rassismus werden zu wollen, unterschrieben, aber Rassismus ist auch tatsächlich bislang praktisch kein Thema an unserer Schule. Und das obwohl wir, wir haben mal ein bisschen oberflächlich recherchiert, knapp ein Dutzend Nationen in unserem kleinen Haus vereinen.

Dies spiegelt aber auch die Montessori-Szene als Ganzes wieder.

Rund 80 Montessori-Schulen alleine in Bayern, 400 in Deutschland und 40.000 in der ganzen Welt zeigen, dass Montessori-Pädagogik nicht nur eine aktuelle und lebendige Pädagogik, sondern auch international ist.“

Darum haben Lehrer und Schüler nun kurzerhand beschlossen Rassismus zum Thema zu machen. Jedes Kinde und jeder Lehrer der Schule hat nun den Auftrag, in den nächsten Monaten ein wenig in seiner Ahnengalerie zu forschen und vorzustellen, wo man überall herkommt oder aktuell sogar noch Verwandtschaft hat. Steckbriefe, Stammbäume… alles findet seinen Platz an der Korkwand in der Essinger Aula. Im Mittelpunkt steht dabei eine Weltkarte, auf der mit roten Pins all die Länder markiert werden, die dabei Erwähnung finden. Schon bei der ersten kleinen Runde sind fast alle Kontinente mit den roten Pins versehen.

„Wir sind eine bunte Schule. Und das ist auch gut so.“

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