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Montessori-Pädagogik

Unsere pädagogische Arbeit richtet sich nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik, bei der das Kind im Mittelpunkt steht.

Maria Montessori hat mit ihrer außergewöhnlichen Fähigkeit, die Entwicklung von Kindern zu beobachten, eine herausragende Pädagogik begründet, die weltweit höchste Anerkennung erfährt. Ihre wesentlichen Erkenntnisse waren, dass die sinnliche Wahrnehmung und die Fähigkeit zur freien Konzentration die entscheidenden Antriebskräfte für die Entwicklung eines Kindes sind.

Maria Montessori spricht von „sensiblen Phasen“ in der kindlichen Entwicklung, ein ursprünglich in der Biologie entdecktes Phänomen, das sie durch intensive Beobachtungen auch bei Kindern bestätigt fand.

„Es handelt sich um besondere Empfänglichkeiten, die in der Entwicklung, das heißt im Kindesalter der Lebewesen auftreten. Sie sind von vorübergehender Dauer und dienen nur dazu, dem Wesen die Erwerbung einer bestimmten Fähigkeit zu ermöglichen. Sobald dies geschehen ist, klingt die betreffende Empfänglichkeit wieder ab.“

Maria Montessori inKinder sind anders, 1998, S. 47)

Die moderne Lernforschung hat diese „Zeitfenster“ des Lernens mittlerweile wissenschaftlich untersucht und bestätigt, ein Beispiel ist etwa der Spracherwerb bei Kleinkindern. Kinder sind demnach in einem begrenzten Zeitraum für bestimmte Lerninhalte besonders aufgeschlossen. Sie lernen diese dann außergewöhnlich leicht und intensiv.

Da diese Phasen im Entwicklungsfortschritt eines jeden Kindes zu verschiedenen Zeiten auftreten, sollte nach Maria Montessori auch jedes Kind entsprechend seinen individuellen Bedürfnissen lernen können. An Eltern und Lehrern liegt es daher zu beobachten, auf welche Themen und Lerninhalte das Kind gerade besonders anspricht.

In diesen sensiblen Phasen sollte man ihm ermöglichen, sich mit den passenden Materialien zu beschäftigen und es unterstützend begleiten. Für Eltern und Erzieher bedeutet das zugleich, dem Lerntempo und den Interessen des Kindes zu folgen und sich selbst zurückzuhalten.

Das Leben anzuregen – und es sich dann frei entwickeln zu lassen – hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers.

Maria Montessori

Bildquellen: Montessori Deutschland & Montessoricentenary

Typische Fragen zur Montessori-Pädagogik

Auszüge aus den Broschüren „23 Fragen an Montessori-Kinderhäuser“ und „21 Fragen an Montessori-Schulen“.

Ja, das stimmt und es hat einen guten Grund.

In allen anderen gesellschaftlichen, politischen und sozialen Bereichen arbeiten und leben Menschen in altersgemischten Strukturen. Warum also nicht auch in Schulen?

In altersgemischten Klassen lernen Kinder, Hilfe zu leisten und Hilfe zu empfangen. Beides ist wichtig für die geistige und soziale Entwicklung der Heranwachsenden.

Altersgemischte Klassen reduzieren die Rivalität und fördern die Toleranz.

Die bayerischen Montessori-Schulen, die sich im bayerischen Montessori-Landesverband zusammengeschlossen haben, bauen die Umsetzung ihrer pädagogischen Arbeit auf dem gemeinsamen Schulkonzept auf.

Auf der Basis dieses gemeinsamen Konzeptes entwickelt jede Schule ihre eigene Konzeption und beschreibt, wie die tagtägliche Arbeit vor Ort umgesetzt wird.

Darüber hinaus ist es allen Montessori-Einrichtungen wichtig, dass die Mitarbeiter regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen, um so eine qualitativ hochwertige Umsetzung der Montessori-Prinzipien gewährleisten zu können.

Unser Gehirn ist ein zeitlebens formbares Organ. Die Bedingungen, unter denen ein Kind aufwächst, sind ganz entscheidend (Gerald Hüther, 2002).

Vom Kind selbst bestimmte Lernprozesse in Montessori-Schulen sorgen für optimale Lernprozesse und damit für die bestmögliche Entwicklung des Gehirns. Wichtige Kernaussagen aus Wissenschaft und Forschung fließen kontinuierlich in unsere pädagogische Definition mit ein.

Die Aktualität dieser Diskussion gewährleistet der Wissenschaftliche Beirat von Montessori Bayern.

Maria Montessori selbst war Christin und nach einem jahrelangen Aufenthalt in Indien auch vom Buddhismus und Hinduismus beeinflusst.

Für sie stand die Gleichberechtigung der Menschen in ihren verschiedenen Kulturen und Religionen im Mittelpunkt.

So erhalten die Kinder in den Montessori-Schulen Kenntnis von allen großen Weltreligionen. Es gibt keine spezifische weltanschauliche Ausrichtung.

Der Umgang mit dem Computer wird altersentsprechend gelehrt, wobei in den ersten Jahren der Schwerpunkt auf dem handelnden Lernen mit den Montessori-Materialien liegt.

Der Umgang mit Hardware, Software und Internet ist für Schüler der Mittelstufe und der Oberstufe jedoch eine Selbstverständlichkeit und der verantwortungsbewusste Umgang mit den neuen Medien steht hierbei im Mittelpunkt.

Ja.

Schüler der Montessori-Schulen machen besonders viele Praktika. Außerdem installieren Montessori-Schulen Praxisfelder (z. B. Schülerfirmen), in denen die Schüler in echten Situationen lernen, sich zu bewähren und Verantwortung zu übernehmen.

Maria Montessori verwendete für dieses Arbeiten ab Klasse 7 den Begriff „Erdkinderplan“.

„Hilf mir, es selbst zu tun!“ ist der Ausspruch eines Kindes im Montessori-Kinderhaus. Er wurde zum Leitsatz für alle Montessori-Pädagogen und erinnert daran, dass Kinder selbstständig werden und Verantwortung übernehmen wollen. Dieser Leitsatz sollte auch in den Familien gelten.

Was sollten Eltern noch beachten?

  • Geborgenheit und Liebe schenken,
  • Durch verlässliche Tagesabläufe Sicherheit geben,
  • Mit dem Kind neugierig sein und staunen,
  • Respekt vor Mitmenschen und allen Lebewesen vorleben.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist jedoch, dass Eltern ausreichend Vertrauen haben in die Selbstkompetenz ihres Kindes und ihm damit genügend Freiraum für selbständige Erfahrungen gewähren können.

Dies gelingt durch geeignete Rahmenbedingungen: Individualisierung geschieht in Montessori-Schulen vom Kind aus durch die freie Wahl der Arbeit und berücksichtigt das Interesse und die Motivation des Kindes und sogar die Tagesform.

Teamfähigkeit wird durch die Bildung altersgemischter Lerngruppen begünstigt, in denen jedes Kind sich als ratsuchend oder helfend erleben kann. In der Freiarbeit ist auch die Wahl der Partner frei gestellt.

Das gemeinsame Interesse an einer Arbeit lässt immer wieder neue Kleingruppen entstehen und führt zu konstruktiver Kooperation.

Dieser Begriff stammt von Maria Montessori und wird heute in der Montessori-Schule für alle Lernbereiche verwendet, die das Wissen der Welt versammeln (es gibt keine aufgesplitteten Unterrichtsfächer wie Geografie, Geschichte, Biologie, Physik, Chemie).

Maria Montessori erkannte, dass alles in unserem Kosmos miteinander in Beziehung steht – die belebte wie die unbelebte Materie. Dieses Beziehungsgeflecht und die besondere Verantwortung des Menschen darin zu vermitteln, ist das Ziel der Kosmischen Erziehung.

Als Konsequenz daraus wird an Montessori-Schulen der erforderliche Fachunterricht in seiner bisherigen Form teilweise aufgelöst, inhaltlich vernetzt und so ein zusammenhängendes Verständnis ermöglicht.

Weil alle Kinder ihrem Interesse nachgehen, vertiefen sie sich in ihre Arbeit. Sie wollen dabei nicht gestört werden und zeigen deshalb auch Respekt vor der Arbeit der anderen Kinder. Wenn sie etwas besprechen wollen, reden sie entsprechend leise.

Aus dem Interesse der Kinder heraus entsteht eine angenehme Arbeitsatmosphäre der Ruhe und Konzentration.

Ja, aber sie lernen auf eine andere Art.

Vielfältige Erfahrungen und auch vergleichende Studien mit Regelschulen zeigen, dass Kinder und Jugendliche in Montessori-Schulen gleich viel lernen. Sie erwerben dabei aber zusätzlich besonders hohe Kompetenzen in der Arbeitsplanung und in der selbstständigen Arbeit sowie in der Kooperation an gemeinsamen Arbeitsvorhaben und Projekten.

Die freie Wahl der Arbeit in der „Vorbereiteten Umgebung“ und die altersgemischte Zusammensetzung der Lerngruppen motivieren und ermutigen Kinder, sich an Aufgaben heranzuwagen, die ältere Schüler bereits mit Freude und Stolz vormachen.

Freiarbeit ist das Herzstück der Montessori-Pädagogik. In der Freiarbeit entscheidet das Kind, was es arbeitet, mit wem, wo und wie lange. Weil das Interesse an der Sache und der individuelle Lern- und Arbeitsrhythmus berücksichtigt werden, ist die Freiarbeit die Zeit höchster Konzentration.

Das Ziel der freien Arbeit ist selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten. Grundvoraussetzung hierfür ist eine „Vorbereitete Umgebung“, die kontinuierlich an die Lern- und Lebensbedürfnisse der Kinder und Jugendlichen angepasst wird.

Der Begriff „Freie Schule“ kommt von der gesetzlichen Formulierung „Schule in freier Trägerschaft“ und hat mit der gelebten Pädagogik nichts zu tun.

Die Schulgesetze unterscheiden öffentliche Schulen von Schulen in freier Trägerschaft. Dennoch ist die Freiheit ein wichtiges Prinzip in Montessori-Schulen. Sie bezieht sich jedoch primär auf das Recht des Kindes, sich frei zu entwickeln, also möglichst ohne Hemmnisse und Unterdrückung durch Erwachsene.

Grundsätzlich können die gleichen Abschlüsse an einer Montessori-Schule erreicht werden wie an den staatlichen Schulen. Dies reicht – je nach Aufbau der Schule – vom erfolgreichen Hauptschul- bzw. Mittelschulabschluss bis zum Fachabitur bzw. zur allgemeinen Hochschulreife.

Da die Montessori-Schulen staatlich genehmigt sind, werden die Prüfungen großteils an staatlichen Partnerschulen abgenommen. Diese Zusammenarbeit ist von gegenseitigem Respekt geprägt und in einer partnerschaftlichen Vorbereitung darauf ausgerichtet, dass die Schüler die Prüfungen in einem guten Umfeld absolvieren können.

Die Schüler sind oft gegenüber den sogenannten Regelschülern im Vorteil, da sie gelernt haben, selbstständig zu arbeiten, den eigenen Lerninteressen zu folgen und sich für ihren Lernprozess verantwortlich zu fühlen.

An Montessori-Schulen in freier Trägerschaft wird grundsätzlich auf Ziffernnoten und Sitzenbleiben verzichtet.

Die Lehrer geben stattdessen individuelle Beurteilungen und treffen sich regelmäßig mit dem Schüler und seinen Eltern zu einem Reflexions- und Zielgespräch.

Zweimal jährlich gibt es schriftliche „Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess (IzEL)“. Nicht allein der Wissensstand, sondern ebenso die Gesamtentwicklung des Kindes ist entscheidend.

In Montessori-Schulen wird dem individuellen Lebens- und Lernweg der Kinder und Jugendlichen ein großer Raum beigemessen. Das Kind selbst ist die Quelle der Entwicklung, es ist „Baumeister seiner selbst“.

Um seinen eigenen Weg gehen zu können, bedarf es der Begleitung und Unterstützung der Erwachsenen. Montessori-Pädagogen schaffen in einer „Vorbereiteten Umgebung“ die individuellen Rahmenbedingungen, orientieren sich an den Kindern und helfen jedem einzelnen Kind, seinen ganz eigenen, erfüllenden Weg zu finden.

Montessori-Schulen in freier Trägerschaft werden nur zum Teil durch Zuschüsse der öffentlichen Hand finanziert. Die staatlichen Zuschüsse decken etwa die Hälfte der entstehenden Kosten.

Mit den Elternbeiträgen werden beispielsweise besonderes Lernmaterial und die zusätzlichen Pädagogen bezahlt, die in den Lerngruppen eingesetzt werden.

Die Höhe der Elternbeiträge richtet sich nach den Bedürfnissen der Einrichtung.

Nein.

Es gibt klare Regeln und Zielvorgaben für die Kinder und Jugendlichen. Die Freiheit des Individuums wird begrenzt durch die Bedürfnisse der Gemeinschaft.

Ein besonderer Fokus liegt deshalb auf Beziehungen, Kommunikations- und Sozialerfahrungen. In einer Schule, in der nicht nur die intellektuellen Fähigkeiten angesprochen werden, können sich Schlüsselqualitäten wie Teamfähigkeit, Kreativität und die Fähigkeit, prozessual zu denken, vom ersten Schultag an entwickeln.

Die Praxis zeigt, dass gerade Montessori-Schüler von Ausbildungsbetrieben besonders geschätzt werden. Die Absolventen studieren und arbeiten erfolgreich in allen Studien- und Berufsfeldern.

Nein.

An Montessori-Schulen lernen Kinder aller Begabungsrichtungen. 

Da schwerpunktmäßig auch das Lernen gelernt wird (über eine besondere Fehler- und Feedbackkultur), ermöglicht dies auch in der Regel Kindern mit Lernproblemen persönliche Fortschritte und Erfolge zu erzielen.

Montessori-Schulen stehen grundsätzlich allen Kindern offen – unabhängig von Religion, Hautfarbe, Geschlecht und Einkommen der Eltern.

Am Tag der offenen Tür kann ein Eindruck darüber gewonnen werden, ob das Konzept und die Arbeitsweise der Schule den Vorstellungen der Kinder, Jugendlichen und Eltern entspricht.

Nach ausführlichen Informations-Elternabenden findet für jedes Kind ein Aufnahmegespräch an der Schule statt.

Der Aufnahmemodus wird an den Schulen individuell gestaltet.

Die Bezeichnung Kinderhaus geht auf die erste Einrichtung von Maria Montessori zurück. Das bereits erwähnte Casa dei Bambini steht hier Pate.

Somit kann man sagen, dass es nur eine namentliche Entscheidung Unterscheidung ist, um bereits damit auf die pädagogische Ausrichtung hinzuweisen. Die Begrifflichkeit wird aber unterschiedlich benutzt.

Maria Montessori war Ärztin und leitete ab 1907 ihr erstes Kinderhaus (Casa dei Bambini) in Rom. Auf Grund ihrer Beobachtungen und empirischen Forschungen entwickelte sie ein pädagogisches Konzept für die Begleitung und Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen von 0 bis 18 Jahren.

Inhalt und Methoden der Montessori-Pädagogik beruhen auf ihren Erkenntnissen über die Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Das Ziel der Montessori-Pädagogik ist, das individuelle Wachstum der Kinder und Jugendlichen so zu fördern, dass das Kind in einem hohen Maß an Freiheit ganzheitlich lernt und gleichzeitig seinen Platz in der Welt erkennt und fähig ist, Verantwortung für sich zu übernehmen und am Frieden in der Gesellschaft mitzuwirken.

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Quelle: Montessori Bayern Landesverband, Hirtenstraße 26, 80335 München, Montessoribayern.de